Die LesBiSchwulen Gottesdienst-Gemeinschaften im deutschsprachigen Raum

2006: Katholikentag Saarbrücken

Saarbrücken im Regen„Gott läßt regnen über Gerechte und Ungerechte“ (Mt 5,45) – dies war wohl das wahre Leitwort des 96. Deutschen Katholikentags in Saarbrücken. Robert aus München berichtet:

Unsere LesBiSchwulen Gottesdienst-Gemeinschaften (LSGG) teilten sich mit dem Netzwerk katholischer Lesben NkaL und der HuK einen Stand an der Kirchenmeile mitten in der Fußgängerzone. Verschiedene Würdenträger der römisch-katholischen Amtskirche hatten durch zahlreiche Aktivitäten in den vorhergegangenen Monaten dafür gesorgt, daß unsere Präsenz auf dem Katholikentag für ungläubiges Erstaunen sorgte:
gemeinsamer Stand auf der Kirchenmeile„Ja, aber seid ihr denn nicht verboten?!“ wurden wir immer wieder von freudig verblüfften StandbesucherInnen gefragt. Vor allem ältere Frauen kamen gern zu einem freundlichen Gespräch in unser Zelt, aber auch männliche Jugendliche zeigten deutlich weniger Scheu als vielleicht noch vor ein paar Jahren. Ob es nun Katholikentags-TeilnehmerInnen waren oder einkaufende Passanten, schnell wurde klar, daß die Saarbrücker Queers auch gern so einen Queergottesdienst hätten wie wir Münchner. Oder zumindest fast so einen: „Ach, euer Gottesdienst ist nur katholisch? Naja, besser als garnix.“

Abgesehen von vereinzelten Fundamentalisten, die meinten, uns beharrlich unsere Verworfenheit erklären zu müssen, sämtliche Gegenargumente aber an sich abperlen ließen wie Regentropfen, erhielten wir überwiegend Zuspruch (und wenn es nur ein „Ich bin ja selbst nicht betroffen – Gott sei Dank nicht! – aber ich finde es gut, was ihr da macht“ war). Am schönsten für uns war freilich der Satz Willkommen im Infostand„Es ist gut, daß es euch gibt – und daß ihr hier seid!“. Und den hörten wir nicht bloß einmal.

Wesentlich ruhiger als an der Kirchenmeile ging es im gemeinsamen Zentrum von HuK und der Initiative Kirche von unten (IKvu) zu, das die Katholikentagsleitung weit abseits in den Vorort Güdingen verbannt hatte. Zum Queergottesdienst in der dortigen Pfarrkirche Heilig Kreuz, den Bruno, Gerhard und Martin aus München vorbereitet hatten, fanden sich knapp 50 TeilnehmerInnen ein.

Wir danken der HuK für die Gastfreundschaft in Stand und Zentrum. Es hat großen Spaß gemacht, mit euch zusammenzuarbeiten!

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